Montag, 4. Januar 2016

ein sinnverlorenes getöse zu einer sinnverlorenen zeit. längst doch keine waldmenschen.

läge nicht näher, die wenden der sonne mit einem fest zu begleiten?
läge nicht noch näher, die wenden der erde gegen die sonne mit einem fest zu feiern?

läge nicht am nächsten, jene großen periodischen wandel mit einem fest zu ehren, von denen wir längst keinen verstand erlangt haben?

liegt nicht manchmal das fernste am nächsten? 




...worte aus einem ungeschriebenen plädoyer für einen realismus des nicht begriffenen.
des nicht be-griff-enen!


Freitag, 1. Januar 2016

diese stadt dürstet nach der welt und die welt nach ihr. die bewohner und besucher verbrennen in unvorstellbaren mengen das schwarzpulver ziviler unschuld. seid stunden. alles steht in giftigem dunst, die niedrigen regenwolken lassen die voll tod hängende luft nicht entweichen.
jeder winkel dieser stadt durchkrochen von den schwefelresten matten feuerwerks, kein blick geht weit, die lichter klamm. berstende salven und tiefe detonationen zeugen von der destruktivität des jubelversuchs. es ist diese weltstadt zu beginn des millenniums, in dem die dinge unaufhaltsam den verstand des menschen zu übersteigen anheben.


Dienstag, 29. Dezember 2015

"die kinder, die dort sangen, sind nun stumm." 
c.a. l.m. nach tod des großvaters.


Sonntag, 27. Dezember 2015

langsamer abschied aus den spielen der übrigen. schleichend, wenn überhaupt nur unklar bemerkt, ohne klare eigene absicht und doch mit dieser einen richtung. nicht positiv nach einem ziel, sondern negativ raus aus den spielen der übrigen.

ein merkwürdig natürliches konzert von körperlichem verschleiß, mächtiger werdender müdigkeit und dem verlust der fähigkeit raum und zeit im eigenen zusammenzuhalten.

in morgendlicher unsicherheit scheint mir, dass, was ich manchmal wie heute an mir spüre, die ähnlichkeit zum alten großvater ist.
abschied ohne den mut eines abschiednehmenden.


Donnerstag, 24. September 2015

mit dem rücken richtung kommendes gewendet gehen.
der blick gerichtet auf das sich entfernende.

modus mancher momente.

Donnerstag, 20. August 2015

heute wie jeden tag. sohn mit geschichte, mit bedingung, mit vorfahren. unbedingt bedingt.

heute wie jeden tag. das ganze herz gefüllt von ehrlich beinahe wortloser nähe zur mutter.

heute wie jeden tag. so unabhängig und so abhängig. nicht nur mein verdienst.
vielleicht eines der größten.

Sonntag, 16. August 2015

bin wach geworden, der nasse kater kommt ins bett. ich schieb ihn wieder raus. liege wach. lange. irgendetwas lässt mich nicht schlafen. gedanken in die eine richtung, unvermittelt in die andere, dann zum nächsten. bald schlage ich die kissen auf, wende die decke. keine abhilfe. ein dumpfes gefühl. mautzen von draußen, auch die küken in der scheune sind wach, der hahn kräht zum ersten mal hinter dem haus.

reibe mir lange das gesicht, die augen, stehe auf. schließe das fenster, kippe es, öffne die tür. späte nacht draußen, landregen, die gestrige wäsche wieder durchnässt. die kater sitzen auf einer der fensterbänke anderer zimmer und fressen. ein blick in den dunklen garten, leichtes dämmern. ein paar schritte ins haus, ein paar schluck kirschsaft aus dem tetrapack bei von kühlschranklicht geblendetem gesicht.

wieder auf den hof hinaus. tag machen?


dämmerung hebt sich, hahn kräht nun in schnelleren wiederholungen. ich sitze am schreibtisch, habe musik angemacht und beginne zu schreiben. zweifel, ob das geschriebene erhalten werden wird ob seiner belanglosigkeit.

das matte morgenlicht, meine indifferente stimmung, das nicht-gelingen größerer vorhaben. erwachen vor fünf als symptom einer lebensphase. die selbstverliebte suche nach dem bedeutungsvollen im zufälligen und wirklich nicht bemerkenswerten.

zurück ins bett, vielleicht lesen. ist denn nicht alles schon geschrieben? das regal voll ungelesener bücher, zusammengetragen in momenten übersinnigen entwerfens.

elliptische formulierungen bis zum erbrechen und die orange leuchtende schaltfläche, die dem ganzen soetwas wie den hauch von relevanz verleiht - im übrigen ja immer leuchtend, gänzlich von bindung an die qualität oder tiefe des eingetippten frei. 'veröffentlichen'.