Sonntag, 24. April 2016

plötzlich ist in mir der gedanke, dass ich nie weiß, ob ich nicht ein jahr von hier in einer lebenssituation sein könnte, die mich für den freitod entscheiden lässt. seltsam.

also an den fluss fahren, steine werfen, die zuverlässige bewegung betrachten und atmen.

Sonntag, 17. April 2016

ich habe in mir etwas angst und eine seltsame müdigkeit.
also werde ich schlafen.
die hündin atmet schon ruhig.



Mittwoch, 6. April 2016

frischs homo faber lesen.
converge's you fail me hören.
mit dem gedanken spielen, mir irgendwann einen karabas zuzulegen.

ich muss nicht ins gespräch geraten, um festzustellen, dass ich mich in die ecke gedrängt fühle. durch wen? durch die eigenen ideale. die behauptungen, die ich über mich verbreite. das bild, das alle von mir haben. durch den kredit, den man mir geblendetermaßen gibt.

ich hab doch nichts erreicht.
wir haben doch alle nichts erreicht.
es hat doch niemand irgendetwas erreicht.
nichts ist erreicht. wie bewegung nur in einem bezugssystem ist, ist erreichen nur in einem ebensolchen. im großen und ganzen sind die von uns zur krönung unserer verdienste gewählten bezugssysteme lächerlich. weltenmenschliche bezugssysteme versprechen immerhin der weltenmenschlichen elite allerlei erreichtes und damit schmückende orden.
wir haben doch wirklich nichts erreicht als die eigene blendung.


nur dass niemand seine ideale erreicht, heißt doch nicht, dass ich durch mein nichterreichen der meinen weniger bedroht würde.

erinnerung an den in tiefester aggression bellend am gitterzaun aufgerichteten hannibal im tierheim.
ein karabas nicht zum schutz, sondern zum genossen.

zähnefletschen der ewig bedrohten.



Sonntag, 3. April 2016

böll auslesen.
einer vergessenen freundschaft hinterhermailen.
an das vor einer woche geschossene foto vom großvater in dessen wohnzimmer denken.
die ersten barfüßigen schritte über den nächtlichen hof gehen.

selbst sein.
selbst im kleinen.



Montag, 21. März 2016

"welches drüben, wo meinst du?" von mexico ist unmittelbar die rede, und doch vom ganzen leben, von diesem ganzen weg durch die welt. der protagonist gibt sein billet zurück, lässt sein visum verfallen, bleibt. er will nicht gehen. ich auch nicht. und das macht manches wohl so traurig. nur wer wert schafft, kann verlieren. da stehen wir nun also und müssen damit fertig werden, mit diesem riskiertsein.

her damit!

mein mut, wert zu schaffen und riskiertsein anzunehmen, nur nach deinem mut zu uns und deiner beständigkeit in allem riskiertsein. gute nacht mama, wir haben noch etwas vor auf dieser erde. 



... aus einem digitalbrief an die mutter. 



Freitag, 18. März 2016

eine erinnerung an die kindheit: sich voller inbrunst die kleider vom leib reißen und mit vor glückseligkeit überschlagender stimme schreiend im lauwarmen regen über das alte granitpflaster tanzen.



...
oh welt, du machst mich weinen.



Mittwoch, 16. März 2016

in wirren gedanken verstrickt gehe ich den weg aus alten betonplatten, die hunde etwas vor mir. plötzlich muss ich einhalten, auf dem feld links von mir steht in etwa zweihundert metern entfernung auf einem leichten landrücken ein gruppe kraniche im niedrigen wintergetreide. alles stoppt in mir, die beine bewegen sich nicht mehr, die gedanken sind verstummt.

der tag beginnt grau. kalter wind weht seit einigen tagen stark aus nordöstlicher richtung, das ist selten. pläne kollidieren, entblößen ihre unvereinbarkeit mit beinahe gehässiger klarheit. ich sehe also gebannt zu diesen königlichen tieren und verlange, ihr erscheinen, ihr spielendes schlagen mit den silbernen flügeln, ihre kurze rast auf der langen reise könnten mir ein zeichen sein.


ungläubig, nur aus ohnmacht warten auf die offenbarung neuer richtung. die eigene junge kraft erlebt in verheißungsvoller spannung ein inneres bluten. drang und lähmung. ein kranich, der zu fliegen vergisst.