Freitag, 19. September 2014

mit dem siebenundneunzigerer silkroad zwei dörfer weiter fahren, um den tag auf der gartenbaustelle zu verbringen. zwischen viel sand, schotter, beton und kantensteinen heute das erste mal bagger fahren, das erste mal radlader fahren. kindertraum wird wahr. abends in eile sechzig seiten ausdrucken und auf fünf identische mappen verteilen. dann in den neunundsiebziger t2b steigen und bei üblich beeindruckendem abendhimmel richtung norden fahren. jugendtraum wird wahr. dann in der längst dunklen kunsthochschule an alle außentüren klopfen, bis jemand öffnet und den weg zum sekretariat weist. das erste mal einen antrag auf filmförderung einwerfen. erwachsenentraum wird wahr.

alles an einem tag. morgends aufstehen nach zu wenig schlaf.
kopf und körper mit aller gegenwärtigkeit spüren.
leben.

Sonntag, 31. August 2014

träume von ausgerissenem bart, blut und befreiung, laufen durch maos großstädte mit kolonialistischer architektur, merkwürdigen herrscherinnen, gigantischen kreaturen, bewegungen von erschütterndem bass begleitet, wälder der angst und versinken im geröll bei dem versuch sich selbst zu entkommen.

die leere des jungen tages weckt mich, der hund erbricht pfirsichkerne, langer spaziergang über die felder, nass von nächtlichem regen und der erinnerung an einen kurzen sommer.

Freitag, 4. Juli 2014

er verschätzt sich und stürzt in die tiefe. ein verzweifeltes, stummes rufen bricht mir von luftlosem würgen begleitet aus der brust. dann schlägt er im hof auf. vom dach sehen wir seinen ohne zögern von jedem leben verlassenen körper zusammensinken und blut färbt das scheinbar regennasse pflaster um ihn herum. noch im traum erinnere ich mich an den preikestolen. dann wache ich auf.

Donnerstag, 3. Juli 2014

ich sitze im seminar, lese benjamin und erlebe mit ganzem herzen den moment, ab dem ich
nicht länger demokrat bin.

Montag, 23. Juni 2014

angenommen, wir einigen uns darauf, dass talent eine besondere form der liebe zur welt ist

Mittwoch, 4. Juni 2014

was man manchmal so liest irgendwo:

The whole party was teary and then we danced on the tables.

was, wenn ich ein leben leb, ohne je auf den tables gedanced zu haben? was, wenn ich pläne mache, nach konzept lebe, prinzipien liebe? dann tatsächlich nicht lebe? was, wenn alle anderen richtiger liegen mit ihrem ganz-einfach-leben? meine weise zu leben kleide ich in den buntesten farben der einfachheit, doch möglich, dass ich mich täusche. mich täusche und übersehe, wie farben wirklich sind. wie sie sich anfühlen, wie sie unhinterfragt und ohne jede einschränkung ein leben bewegen können.


ich geh mal, teary somewhat.
mit den hunden in die dunkelheit.
tische gibt es auf den feldern nicht.
und niemanden, der mittanzt.

idiot!